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FLIEGEN LERNEN

Anfang
 

Wie anfangen?

 

Vor dieser Frage steht jeder erst einmal wenn er sich mit dem Modellfliegen beschäftigt. Leider gibt es fast ebenso viele Meinungen wie es Modellflieger gibt, angefangen von der Art des Modells, der Fernsteuerung und ihrer Knüppelbelegung bis zur Frage des Herstellers.

Die hier aufgeführten Ratschläge sind auf langjährige Praxis , erheben aber keinen Anspruch auf darauf die absolute einzige Wahrheit zu sein.

 

 

 

 

In aller Kürze

mit einem 2m Elektrosegler anfangen
langsames Modell mit geringer Flächenbelastung auswählen
Tragfläche unbedingt zweifarbig bespannen
Übung an einem PC-Simulator schadet nicht
Modell von einem erfahrenen Piloten einfliegen lassen
großes Fluggelände aussuchen von erfahrenen Modellpiloten helfen lassen

 

Für die, die etwas mehr Zeit haben

Der ideale Einstieg erfolgt natürlich über einen Modellflugverein, in dem ein erfahrener Pilot Ihr erstes Modell einfliegt, Ihnen die kritischen Flugmanöver in den ersten Flugstunden abnimmt und Sie sich langsam und absturzfrei zu einem Modellpiloten entwickeln. Meist gelingt das nicht ganz.

Bevor man sich die Frage nach dem geeigneten Modell stellt, sollte man sich die Frage nach einem geeigneten Fluggelände stellen. Für den Anfänger sollte das Landegebiet möglichst groß sein, damit das Modell bei den ersten Landanflügen einfach ausgleiten kann.

 

Der Modelltyp

 

1. Segler

Ein Segelmodell bietet die Vorteile, dass es leichter ist als ein vergleichbares Modell mit Motor und dadurch kann es langsamer geflogen werden. Weiterhin spart man die Kosten für die Antriebseinheit. Problematisch kann jedoch der Start werden.  

Der Start mit einem Gummiband (60m) und einer Nylonschnur (100m) ist die preiswerteste Alternative. Man benötigt jedoch ca. 300 m Platz, um das gespannte Gummiband gegen den Wind auszurichten. Weiterhin geht dieses Verfahren nur auf einer gemähten Wiese, da sich die Schnur im Gras verheddern kann. Die Zugkraft des Gummis muss auf das Gewicht und die Stabilität des Modells abgestimmt sein. Ein weiteres Problem kann das Verkanten des Modells werden. Durch schräges Loslassen beim Start oder eine Windböe von der Seite kann das Modell so in eine Schräglage geraten, dass eine Korrektur nicht mehr möglich ist. Wird ein starrer Hacken am Modell verwendet, besteht die Gefahr, dass das Modell einen Bogen fliegt und ohne sich vom Seil zu lösen auf den Boden aufschlägt. Wird der Start alleine durchgeführt, muss man sehr schnell von der Belastung des rechten Arms, der das Modell vor dem Start hält, auf die feinfühlige Steuerung am Sender wechseln.

Der Start mit einer Seilwinde erfordert weiniger Kraftaufwand und bietet die Möglichkeit den Startvorgang einfacher abzubrechen. Die Starthöhe kann etwas größer sein als beim Start mit Gummi. Die Zugkraft und Zuggeschwindigkeit der Seilwinde muss auf das Modell abgestimmt sein, da sonst auch hier die Gefahr besteht, dass das Modell in der Luft zerbricht.

Das Fliegen im Hangaufwind bietet die Möglichkeit das Modell aus der Hand zu starten. Diese Variante ist für den Anfänger für wenig geeignet, da durch unausgeglichene Flugmanöver meist schnell Höhe abgebaut wird und die Landung in großer Entfernung am Fuße des Hangs erfolgen muss.

 

2. Elektrosegler

Ein Elektrosegler ist im Vergleich zum Segler teuerer, da Akku, Motor, Luftschraube und Schalter/Regler zusätzlich benötigt werden. Außerdem wird ein Schnellladegerät mit delta Peak Abschaltung benötigt, um den Flugakku mit 3 bis 5 A aufladen zu können. Fast alle Modellpiloten kommen über kurz oder lang zu einem Computerladegerät, mit dem auch der Zustand der Akkus, die Lademenge, Spannung u.v.a. ermittelt werden können.

 

3. Elektroflieger

Bereits für wenig Geld gibt es mittlerweile zahlreiche Elektromotor betriebene Einsteigermodelle. Ähnlich wie bei den Seglern bleibt bei diesen Modellen oft viel Zeit für Korrekturen, wenn auch nicht so wie bei einem reinen Segelflieger. Allerdings wird auch für den geübten Anfänger das Modell nicht so leicht langweilig wie vielleicht mancher Segler. Lassen Sie sich beim Fachhandel beraten.

 

4. Modelle mit Verbrennungsmotor

Modelle mit Verbrennungsmotor sind für den Anfänger nur bedingt geeignet, da es problematischer ist einen Verbrennungsmotor zu starten und Verbrennungsmotoren in der Luft manchmal aus gehen, wobei sich das Verhalten des Modells meist schlagartig ändert. Modelle mit Verbrennungsmotoren besitzen eine starre Luftschraube und dementsprechend meist ein Fahrwerk. Durch das Fahrwerk müssen diese Modelle auf einer räumlich meist sehr begrenzten Landebahn gelandet werden, was dem Anfänger wohl in den seltensten Fällen gelingen wird.

 

RC ANLAGE

Für den Anfänger genügt eine relative einfache RC Anlage, die im 2.4 GHz Frequenzbereich arbeiten sollte. Die Anlage sollte die Steuerung eines Querrudermodells mit zwei Servos in der Tragfläche ermöglichen. Eine Computeranlage, die eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten bietet und meist diverse Modellspeicher besitzt, ist erst für den fortgeschrittenen Modellpiloten von Vorteil.

 

Flugsimulator

Ich habe das Fliegen von Modellen mit der Unterstützung eines Simulators erlernt. Insbesondere kann man Sicherheit beim "auf sich zufliegen" gewinnen, bei dem das Seitenruder spiegelverkehrt bedient wird. Ein Flugsimulator bietet auch die Möglichkeit Manöver zu fliegen, die man sich in der Luft noch nicht zutraut.

 

Tipps zum Modellbau

Die Tragflächen des Modells sollten wenn möglich zweifarbig bespannt sein (z.B. oben gelb, unten rot). Das erleichtert die Beurteilung der Fluglage, insbesondere wenn das Modell etwas weiter entfernt ist.

Besonders kleine und leichte Modelle sind oft billig in der Anschaffung, benötigen aber teure kleine Servos. Weiterhin muss für jedes Modell das richtige Wetter sein. Ein sehr langsam fliegendes Modell kann auch nur bei sehr schwachen Wind geflogen werden. Slow Flyer können nur bei absoluter Windstille oder in der Halle geflogen werden. Ich würde einen Elektrosegler mit 1.8 m bis 2 m Spannweite empfehlen.

 

 

Beispiel einer Fernsteuerung

Beispiel einer Fernsteuerung
 
Was kostet der Einstieg in das Modellfliegen

 

Je nachdem mit welchem Modell man einsteigen möchte und inwieweit man auch für spätere Zeiten vorplanen möchte sind die iAnschaffungskosten unterschiedlich.

 

Oftmals werden von lokalen Modellbaugeschäften Einsteigerpakete für ca. 150-300 Euro angeboten, meist mit einem 2-Achs-Segler und einer einfachen 4-Kanal Fernsteuerung (inkl. Empfänger, Servos, Regler etc.), aber auch eine mit Bedacht und unter fachgerechter Beratung durch ein Modellfachgeschäft zusammengestellte Erstausstattung muss nicht viel teurer sein.

 

Die wichtigste Wahl ist wohl die der Fernsteuerung, da diese oft auch über Jahre hinweg genutzt wird. Ist abzusehen, dass der Modellflugsport nicht nur ein "Episode" darstellen soll, so ist es ratsam sich bereits Anfangs eine etwas hochwertigere Fernsteuerung mit Programmierung und mehreren Modellspeichern zuzulegen - dies zahlt sich nach der Zeit aus, spätestens wenn man gezwungen ist eigene Mischer einzusetzen oder weitere Kanäle benötigt (z.B. Landeklappen, Einziehfahrwerk). Es muss hier aber nicht das Luxus Flagschiff der jeweiligen Hersteller sein - eine kleinere Anlage tut es auch.

 

Nicht vergessen sollte man auch die Folgekosten - denn wenn man erstmal vom Modelllfugfieber angesteckt ist, so kommt schnell der Wunsch nach weiteren, größeren oder leistungsfähigeren Modellen hinzu und damit natürlich auch die jeweiligen Ausgaben.

 


Die Fernsteuerung

 

Wie schon zuvor berichtet ist die Fernsteuerung ein zentrale Komponente, da Sie als "Kontrollzentrum" über Heil und Unheil entscheidet.

Daher sollte man sich hier eingehend beraten lassen - wir möchten hier nicht die Aufgabe eines Fachhändlers übernehmen und geben daher nur einige allgemeine Hinweise:

 

Informieren Sie sich bei einem Verein und/oder einem Fachhändler über die in Frage kommenden Fernsteuerungen. Oft macht es Sinn ein Modell bzw. einen Hersteller zu wählen, welcher auch im Verein häufig vertreten ist. So findet sich schnell jemand, der bei der Programmierung hilft und oftmals ist auch eine Lehrer-Schüler-schaltung bei Modellen des gleichen Fabrikats schnell hergestellt.

 
Wählen Sie - es sei denn der Geldbeutel lässt es nicht zu - nicht das einfachste "Billigmodell". Schnell befriedigt diese Steuerung nicht mehr die kommenden Ansprüche und ist schwer wieder zu verkaufen. Ein Modell mit mehreren Modellspeichern und einfacher Programmierung sollte auch am Anfang schon gewählt werden.

 
Lassen Sie sich nicht, wenn Sie einmal angefangen haben zu fliegen von anderen verunsichern die Ihnen eine falsche Knüppelbelegung haben. Es gibt keine falsche oder richtige Belegung, jede hat ihre Vor- und Nachteile.